Der Ministerpräsident informiert sich über Waldbrandfrüherkennung und Waldbrandbekämpfung

Am 08.07.2020 führte die “Sommerreise” des  Ministerpräsidenten Stephan Weil in die Region Lüneburg.

In Begleitung von dem Minister für Inneres und Sport Boris Pistorius informierte er sich über die Waldbrandfrüherkennung und Waldbrandbekämpfung.
Wir haben den Besuch im Film festgehalten, seht selbst…

Waldbrandfrüherkennung

Im Angesicht des trockenen Frühjahrs und des noch bevorstehenden Hochsommers rückt die Gefahr von Waldbränden immer näher. Gerade Nadelholzwälder, wie der Kiefernwald sind besonders bedroht.  Das Automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem (AWFS) überwacht die am stärksten betroffenen Waldgebiete von insgesamt fast einer Million Hektar Fläche mit insgesamt 20 Überwachungskameras, deren Standorte auf sechs Landkreise verteilt sind. Wenn eine Rauchentwicklung erkennbar ist, wird sofort eine Peilung vorgenommen, um den genauen Standort zu ermitteln, um diesen an die entsprechende Zentrale zu melden. Nebstdem dient für die Einschätzung der Waldbrandgefahr der Waldbrandindex (WBI) für alle Bundesländer in Deutschland, welcher sich in fünf Stufen unterteilt (1 sehr gering- 5 sehr hoch) und auf den Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes beruht. Wenn Stufe 3 eintritt, wird sofort die Zentrale in Lüneburg besetzt, die die Bilder von den Kameras auswerten, um frühzeitig Entstehungsbrände zu erkennen und eine Gefahr der Ausbreitung so minimieren zu können.

Waldbrandbekämpfung

Zum Thema Waldbrandbekämpfung hat der Kreispressewart aus dem Bereich Lüneburg folgenden Pressebericht erstellt, den wir euch gerne präsentieren. Vielen Dank für die gelungene Vorführung.

Betzendorf, SG Amelinghausen, Lk Lüneburg.

Im Rahmen seiner Sommerreise besuchte der Ministerpräsident Stephan Weil am 08.07.2020 die Kreisfeuerwehr Lüneburg und ließ sich vom 4. Zug der Samtgemeinde Amelinghausen ein Waldbrandszenario vorführen.

Viel Arbeit steckte in der Vorbereitung für den Zugführer Torben Schippers und seine Kameradinnen und Kameraden. Der 4. Zug ist mit einem Waldbrandanhänger ausgestattet, dieser enthält spezielles Material für die Bekämpfung von Vegetationsbränden.

Neben dem Ministerpräsidenten ließ es sich auch der Minister für Inneres und Sport Boris Pistorius nicht nehmen bei der Vorführung dabei zu sein, fallen doch die Feuerwehren in sein Fachressort. Neben dem Ministerpräsidenten und dem Minister für Inneres und Sport konnte Kreisbrandmeister (KBM) Torsten Hensel auch zahlreiche Gäste aus der örtlichen Politik sowie viele Vertreter der Medien im Wald nahe Betzendorf begrüßen.

Herausforderung Wasserversorgung

Erste Station war die Vorstellung eines 5000 Liter Faltbehälters. In den Wäldern ist eine Wasserversorgung sehr schwierig. Sollte in der Nähe kein Gewässer oder eine nutzbare Feldberegnung sein, muss das notwendige Wasser mit Tanklöschfahrzeugen (TLF), im Pendelverkehr herangeschafft werden (TLF fährt ständig zwischen Wasserabgabe und Befüllung hin und her). Damit aber beim Wechsel zwischen den leeren und den vollen TLF‘s die Wasserversorgung zu den Einsatzkräften im Wald nicht unterbrochen wird, füllen die Fahrzeuge ihr Wasser in den Faltbehälter und von dort wird das Wasser in den Wald zur Einsatzstelle gepumpt. Solange der Faltbehälter ausreichend gefüllt ist, können die Einsatzkräfte vor Ort ununterbrochen mit Löschwasser versorgt werden. Eine permanente Wasserversorgung ist für die im Wald eingesetzten Einsatzkräfte überlebenswichtig, ein Abreißen der Wasserversorgung kann binnen kurzer Zeit durch schnelle oder wechselnde Winde zur Lebensgefahr werden.

Fahrzeuge

An den weiteren Stationen zeigten die eingesetzten, fast 40 Jahre alten Unimogs, wie wichtig geländegängige Allradfahrzeuge bei Waldbrandbekämpfung in schwer zugänglichem Gelände sind. Die vorhandenen Waldwege wachsen immer mehr zu und werden immer schlechter befahrbar, so dass größere und schwerere Fahrzeuge immer schwieriger einsetzbar sind. Umso wichtiger ist die Ersatzbeschaffung der in die Jahre gekommen Unimogs durch neue Fahrzeuge, die die gleiche kompakte Bauart aufweisen.

Löschen mit Wasser

Wasser ist und bleibt das wichtigste Löschmittel, gerade in der Wald- und Flächenbrandbekämpfung. Wie aber Wasser gezielter einsetzbar ist wurde mit der Verwendung von D-Strahlrohren und -schläuchen gezeigt. Diese Schläuche haben einen geringen Durchmesser und dienen damit zum wassersparenden Einsatz. Eine weitere spezielle Variante wurde mit Düsenschläuchen demonstriert. Diese verfügen über zahlreiche kleine Düsen, verteilt über die ganze Schlauchlänge und bilden somit einen Wasservorhang, der ein Übergreifen von Flammen verhindern soll. Dass bei der Bekämpfung von Vegetationsbränden nicht immer nur „Groß“ eine Rolle spielt, zeigten die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden durch den Einsatz der 20-Liter Löschrucksäcke. Zusammen mit den ebenfalls eingesetzten Waldbrandrechen konnte recht eindrucksvoll demonstriert werden, dass auch mit kleinen und gezielten Maßnahmen eine effektive Brandbekämpfung möglich ist.

Gesamtbild eines „realen“ Feuerwehreinsatzes

Neben dem 4. Zug waren auch andere Fahrzeuge beteiligt, um das Gesamtbild eines „realen“ Feuerwehreinsatzes abzubilden. Der Einsatzleitwagen (ELW) der SG Amelinghausen diente als Führungs- und Kommunikationsfahrzeug, um durch Lagekarten und die entsprechende Kommunikation die Einsatzkräfte gezielt an die Einsatzorte zu führen. Der Schlauchwagen (SW 2000) aus der Feuerwehr Reinstorf wurde ebenfalls vorgestellt. Dieses Fahrzeug hat zwei Kilometer Schlauchmaterial an Bord, um Wasser über weite Strecken zu fördern. Das Tanklöschfahrzeug 3000 (3000 Liter Wasser im Tank) aus Barnstedt zeigte, wie das „Pump-and-Roll-Verfahren“ funktioniert. Das TLF fährt dabei in Schrittgeschwindigkeit und betreibt durch hohe Drehzahl die eingebaute Pumpe. Dadurch kann während der Fahrt Wasser an einen Trupp zur Brandbekämpfung abgeben werden (das Fahrzeug fährt und der Trupp geht gleichzeitig).

Informationen zur Lage durch Luftüberwachung

Wie wichtig für die Einsatzkräfte im Wald eine gute Überwachung und Information zur Lage ist, zeigte der Feuerwehrflugdienst. Das Flugzeug in der Luft unterstützt bei der Suche und Lokalisation von Waldbränden und kann im Einsatzfall die am Boden eingesetzten Einsatzkräfte koordinieren und steuern. Ein weiteres Luftfahrzeug war die mit einer Wärmebildkamera ausgestattete Drohne der Feuerwehr. Mit ihr kann gezielt nach vorhandenen Glutnestern und Brandherden aus der Luft gesucht werden.

Drohne zur Waldbrandfrüherkennung

Gut anderthalb Stunden konnte der Ministerpräsident sich von der Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehren überzeugen. Wie wichtig die Arbeit und das Engagement der freiwilligen Einsatzkräfte ist, betonte Stephan Weil gegenüber den Gästen, den Medienvertretern und den anwesenden Einsatzkräften. Deshalb gebühre den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden nicht nur ein besonderer Dank dafür, dass diese zum Teil für diesen Tag Urlaub genommen haben, sondern auch für ihr tägliches Engagement.

Zum Ende der Veranstaltung standen die Verantwortlichen aus Politik und Feuerwehr der anwesenden Presse für Fragen und Antworten zur Verfügung, besonders begehrt war natürlich der Zugführer des 4. Zuges Torben Schippers.

Text Waldbrandbekämpfung: Andreas Bahr, Kreispressewart Lüneburg

Foto: Ja-zur-Feuerwehr