Feuer im Kinderzimmer – Vorsicht vor Kohlenmonoxidvergiftungen!

Es braucht nicht viel, um ein Feuer im Haus zu entfachen. Fast noch gefährlicher sind aber die Vergiftungen durch Kohlenmonoxid – das gefährliche Gas entsteht bei Verbrennungen und ist kaum zu bemerken.

Feuer im Kinderzimmer: So schnell entsteht eine brandgefährliche Situation

Die damals fünfjährige Alina (heute 23) verlor bei einem Schwelbrand fast ihr Leben. Ihr damals zweijähriger Bruder (heute 20) rettete sie, weil er wach wurde. Dieses prägende Erlebnis war für Alina der Auslöser, einen großen Teil ihrer Zeit der Feuerwehr zu widmen. Und auch ihr Bruder trat bald nach ihr der Jugendfeuerwehr bei… Doch schaut selbst und informiert euch in der folgenden Reportage. Viel Spaß!

Durch Zufall vor Feuer und Rauch gerettet

Dass ihr Bruder Nico Schoppe in der Nacht wach wurde und Durst hatte, hat ihm und seiner älteren Schwester Alina vor 18 Jahren vermutlich das Leben gerettet. Alina, ausgebildete Graveurin und Mediengestalterin, ist heute 23 Jahre alt; ihr Bruder Nico, gelernter Elektroniker, 20. Als Alina fünf Jahre alt war, teilte sie sich mit ihrem zweijährigen Bruder ein Kinderzimmer. Die Geschwister hatten ein Hochbett; Alina schlief oben und Nico unten.

Weil Nico Angst im Dunkeln hatte und ohne Licht nicht schlafen konnte, hing bei ihm eine Lampe, die stets brannte. Alina hatte indes eine alte Häkeldecke von ihrer Uroma im Bett, da sie immer mit dem Rücken zur Wand schlief. Die Decke sollte den Schlitz zwischen Wand und Bett abdecken.

Immer wieder, sagt Alina, sei die Decke jedoch durch die Ritze herunter zu ihrem Bruder gerutscht. Einmal war sie dabei auf Nicos Lampe gelandet und hatte angefangen zu schmoren. „Aber deswegen bin ich nicht aufgestanden. Ich wollte eigentlich etwas trinken und bin deswegen zu unseren Eltern gegangen und habe von der Treppe aus hochgerufen„, erinnert sich Nico heute.

Der Vater sei dann die Treppe heruntergekommen, habe den Rauch sofort bemerkt und Alina, die noch im Zimmer war, aus dem Raum geholt. Anschließend hatte er sich auf die Suche nach der Ursache des Qualms gemacht. „Unser Vater wusste nicht sofort, was da überhaupt gequalmt hatte. Er hatte aber gesehen, dass mein Licht noch an war. Er hat es ausgeschaltet und die darüber glimmende Decke gesehen. Und sie sofort von der Lampe entfernt. Als er damit in den Flur gegangen ist, hat sie angefangen zu brennen“, weiß der 20-Jährige noch ganz genau.

Alinas und Nicos Vater brachte die brennende Decke schnell in die Badewanne und löschte sie. Und er schaute im Kinderzimmer nach weiteren Brandherden. Zum Glück gab es keine, doch das Zimmer sei anschließend komplett renovierungsbedürftig gewesen, sagen die Geschwister.

Kohlenmonoxidvergiftung – das gefährliche, unsichtbare Gas

Das ging noch einmal gut, hätte aber auch böse enden können: Das gefährliche Gas Kohlenmonoxid entsteht bei Verbrennungen ohne ausreichend Sauerstoffzufuhr. Schätzungsweise 3000 Menschen erleiden jedes Jahr eine Vergiftung durch das geruchlose, reizfreie Gas. Kohlenmonoxid verhindert die Sauerstoffaufnahme und mindert damit dessen Gehalt im Blut. Organe, Gewebe und Gehirn werden daraufhin kaum noch versorgt. Wer rechtzeitig an die frische Luft gelangt, erholt sich meist schnell wieder davon. Schläft die Person jedoch, wird der Betroffene ohne es zu merken bewusstlos, bald darauf setzt die Atmung aus. Besonders tragisch: Pro Jahr überleben etwa 1000 Menschen solch eine Kohlenmonoxidvergiftung nicht.

Eigene Erfahrungen als Anlass, sich bei der Feuerwehr zu engagieren und aufzuklären

„Dass so eine Kleinigkeit dafür gesorgt hätte, dass mein Bruder und ich fast den Kohlenmonoxid-Tod gestorben wären,  war so prägend und ausschlaggebend für mich, schon mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr zu gehen“, sagt Alina. Sie möchte mit ihrem Engagement den Menschen dabei helfen, solchen Situationen vorzubeugen. Mit ihrer freiwilligen Tätigkeit bei der Feuerwehr will die junge Frau über Brandgefahren informieren und zur Vorsicht mahnen. Und im Notfall natürlich helfen, wenn es brenzlig wird. Auch ihr jüngerer Bruder Nico ist nur drei Jahre später, ebenfalls mit zehn Jahren, der Jugendfeuerwehr beigetreten. Beide engagieren sich seither mit vollem Einsatz in der Feuerwehr ihrer Gemeinde. Ein Schritt, den die Geschwister nicht bereuen!

Werde Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Niedersachsen

Wenn du dich über die Arbeit der Feuerwehr informieren möchtest, neue Erfahrungen sammeln und so wie Alina und Nico in einem starken Team für die Sicherheit deiner Gemeinde und deren Einwohner sorgen willst, dann nutze unseren Feuerwehr-Finder, um einer Feuerwehr in deiner Nähe beizutreten. Auf unserer Seite kannst du dich direkt informieren und selber aktiv werden. Leg jetzt los!