Retter gesucht – Todesangst auf der Autobahn

Ein schrecklicher Unfall ereilt Heinrich Daniels auf der Autobahn A28. Der Lkw-Fahrer ist in seinem Fahrzeug eingeklemmt und droht zu verbluten. Helfen kann ihm nur noch die Feuerwehr…
Doch schaut Euch die dramatische Geschichte einfach selbst an. Viel Spaß bei der folgenden Reportage!

Heinrich Daniels ist 50 Jahre alt. Vor drei Jahren hatte er einen schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 28 bei Brinkum. „Ich fuhr auf der A28 mit dem Lkw, der voll beladen war. Plötzlich hatte ich vorne links einen Reifenplatzer und bin ins Schleudern geraten. Dabei ist der Lkw durch die Leitplanke gebrochen, die Leitplanke ist anschließend ins Führerhaus geschossen und hat dabei meinen Arm zerstört“, erinnert sich Heinrich Daniels noch heute ganz genau an das traumatische Ereignis.

Schnelle Hilfe durch die Feuerwehr

„Ich hatte Todesangst, weil ich mich nicht selber befreien konnte und habe nur geschrien: Holt mich hier raus, holt mich hier raus!“, beschreibt er die Ausnahmesituation. Und als seien seine Rufe direkt erhört worden, war die Feuerwehr bereits kurze Zeit später vor Ort. Alarmiert worden waren damals die Feuerwehren aus Brinkum, Holtland und Hesel. „Es ging sehr schnell, obwohl es mir in dieser Situation natürlich sehr lange vorkam. Es war das erste Blaulicht, das ich gesehen hatte und ab da schöpfte ich wieder Hoffnung“, sagt der 50-Jährige rückblickend.

Heinrich Daniels; Rettergeschichte; Foto: JzF-Video

Doch etwas Zweifel hatte er bei der Rettung doch – und während die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr fleißig am Wirken waren, fragte Heinrich Daniels den Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Hesel, zu der auch Holtland mit seiner Stützpunktfeuerwehr gehört: „Wie wollt ihr mich hier rausholen? Ich bin zwei Meter groß und der Lkw ist innen nicht gerade besonders geräumig?“ Gemeindebrandmeister Sirke Siebens beruhigte ihn jedoch und antwortete: „Junge, wir haben schon ganz andere Leute rausgeholt… Das kriegen wir schon hin!“ Und er sollte Recht behalten…

Technische Rettung auf der Tagesordnung

Dass die Feuerwehr nicht nur Brände löscht, sondern auch bei Unfällen ausrückt, ist keine Seltenheit. Zwar war die technische Hilfeleistung einst keine Kernaufgabe der Feuerwehren, sondern des THW, doch durch die rasant steigende Zahl an Fahrzeugen und damit auch an Verkehrsunfällen ab den 1950er-Jahren wurde den Feuerwehren neben dem Löschen von Bränden auch die Aufgabe der Unfallrettung übertragen. Das meint, dass die Mitglieder der Feuerwehr alle möglichen Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren für Leben, Gesundheit oder Sachen nach Explosionen, Überschwemmungen oder eben Unfällen wie dem auf der Autobahn 28 durchführen. In vielen Fällen kommen bei der technischen Hilfeleistung ein sogenannter Spreizer sowie Rettungsscheren und -zylinder zum Einsatz, um das durch den Unfall beschädigte Fahrzeug zu öffnen und das Unfallopfer befreien zu können.

Das Wichtige dabei: Jeder Handgriff muss sitzen. Das Credo der Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr ist deshalb nicht umsonst: üben, üben, üben!

Auch Sirke Siebens erinnert sich noch genau an den Einsatz: „Wir mussten das Führerhaus mittels Hydraulik etwa 20 Zentimeter anheben und absichern, damit wir die Person frei bekamen. Anschließend konnten wir den Mann durch die Frontscheibe, die vorher herausgetrennt wurde, aus dem Führerhaus befreien und retten.“

Dank an die Lebensretter

Heinrich Daniels kam anschließend direkt ins Krankenhaus, wo ihm ein Teil seines Armes abgenommen wurde. Daraufhin folgten 21 Operationen sowie Reha. „Ohne Susanne hätte ich es gar nicht geschafft, diesen harten, steinigen Weg zu meistern“, lobt er seine Partnerin für ihre Unterstützung. Die beiden haben dann auch den Kontakt zur Feuerwehr gesucht und Heinrich Daniels hat seine Retter schließlich sogar persönlich getroffen. Beim Sommerfest der Feuerwehr Holtland im Jahr 2013 war es so weit: Der 50-Jährige konnte „Danke!“ sagen. Wichtig war es Heinrich Daniels, jedem einzelnen seiner Retter die Hand zu geben und sich herzlich für den Einsatz zu bedanken. Denn er weiß: „Die Feuerwehr Holtland hat mir das Leben gerettet! Ich bin froh, dass es die Feuerwehr gibt!“

Feuerwehr Holtland; Rettergeschichten; Foto_JzF-Video

Werde Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr

Auch Du kannst Dich so wie Sirke Siebens und die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Holtland engagieren und Leben retten. Wenn Du Dich über die wichtige ehrenamtliche Arbeit der Wehr informieren möchtest, neue Erfahrungen sammeln und für die Sicherheit deiner Gemeinde und deren Einwohner sorgen willst, dann kannst Du jeder Zeit einer Feuerwehr in Deiner Nähe beitreten. Kontaktiere noch heute einen Ansprechpartner bei der Feuerwehr in Deinem Wohn- oder Arbeitsort. Auf unserer Seite kannst du dich direkt informieren und selber aktiv werden. Leg jetzt los, die Feuerwehr braucht Dich!