Gewässerverunreinigung führt zu massiven Fischsterben

Gewässerverunreinigung führt zu massiven Fischsterben

Sonntag, 03.05.2020, 16:53 Uhr

2020 05 03 001Am Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr wurden die Feuerwehren Seesen und Herrhausen zu einem gemeldeten Einsatz mit dem Stichwort “Öl auf Gewässer” und einem damit verbundenen massiven Fischsterben in einer Teichanlage im Ortsteil Herrhausen alarmiert.

Durch ein Mitglied des Angelvereins Herrhausen wurde das Versterben sämtlicher Fische in einem Angelteich mitgeteilt. Die Teichanlage mit dem 7500 m² großen Mühlenteich und weiteren kleinen Aufzuchtteichen ist mit Lachs-, Regenbogen- und Goldforellen besetzt. Eine natürliche Ursache für das Fischsterben konnte zunächst ausgeschlossen werden. Gewässerverunreinigungen durch Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe und Abwassereinleitungen können dazu führen, dass plötzlich und in großem Umfang Fische verschiedener Art und Größe in einem Gewässer sterben. Ein Öleintrag in das Gewässer konnte ebenfalls relativ schnell ausgeschlossen werden. Um die Ursache für das Fischsterben zu ermitteln, weitere Schäden zu verhindern und ggf. den Verursacher zu ermitteln ist schnelles Handeln erforderlich. Fischsterben kann aber auch durch Fischkrankheiten oder Naturereignisse eintreten, all dies ist dabei zu berücksichtigen.

Nachdem zunächst die örtlich zuständige Feuerwehr Herrhausen zusammen mit der Feuerwehr Seesen und die untere Wasserbehörde des Landkreises Goslar alarmiert wurde, veranlasste die Einsatzleitung kurz darauf eine Alarmierung der Kreismessleitung. Damit erfolgte um 17:07 Uhr die Alarmierung der Kreismessleitkomponenten bestehend aus den Feuerwehren Bad Harzburg, Bornhausen und Buntenock zusammen mit dem Fachberater CBRN (von chemisch, biologisch, radiologisch und nuklear oder engl. Chemical, Biological, Radiological and Nuclear).

Vor Ort eingetroffen machte Messleitung zusammen mit dem örtlichen Einsatzleiter ein Bild von der Lage auf dem Gelände mit den Fischteichen und veranlasste eine Entnahme von Wasserproben. Diese Proben wurden aus verschiedenen Teichen entnommen und zur Anlayse an die zwischenzeitlich eingetroffene Feuerwehr Buntenbock übergeben. Dabei kam erstmals die vor kurzem beschaffte neue Wasseranalysetechnik, die bei der auf Wasseruntersuchungen spezialisierten Feuerwehr Buntenbock angesiedelt ist, zum Einsatz. Unter der fachkundigen Leitung des Fachberaters CBRN wurden die Wasserproben Untersucht und weitere Probenahmen durchgeführt.

Nach umfangreichen Gewässeruntersuchungen konnten die Messergebnisse an den ebenfalls zur Einsatzstelle gerufenen Vertreter der unteren Wasserbehörde des Landkreises Goslar übergeben werden. Nach derzeitigen Stand der Ermittlungen kann eine vorsätzliche Vergiftung der Fische ausgeschlossen werden. Den vorläufigen Ergebnissen der Wasserproben zufolge liegt die Ursache in einer erhöhten Konzentration an Ammoniak, die über die Fließgewässer der Nette in den Teich geraten ist und sich dort gesammelt hatte. Der Eintrag des anorganischen, wassergefährdendes Stoffes kann zu Vergiftungen führen, die den Fischbestand schädigen oder zum Absterben der Fischpopulation führen, wenn diese direkt oder indirekt in das Wasser gelangen.

Für die Beseitigung der Fischkadave ist in der Regel der Besitzer des betroffenen Gewässers verantwortlich. Die behördliche Überwachung und ggf. die Anordnung der Beseitigung verendeter Fische liegt in der Zuständigkeit der unteren Veterinäraufsichtsbehörde.

Eingesetzte Kräfte:

  • Feuerwehr Seesen mit ELW, LF 20, GW-L1, RW
  • Feuerwehr Herrhausen mit TSF-W, MTW
  • Feuerwehr Bornhausen mit Messleitfahrzeug
  • Feuerwehr Buntenbock mit Gewässeranalysefahrzeug
  • Feuerwehr Bad Harzburg mit MTW
  • Stadtbrandmeister mit KdoW
  • Kreisbrandmeister mit KdoW
  • Polizei Seesen
  • Untere Wasserbehörde Landkreis Goslar
   
 Text:  Lutz Lunkewitz
 Fotos:  Einsatzdokumentation Feuerwehr Seesen
   Kreisfeuerwehr Goslar

Published at Mon, 04 May 2020 15:35:05 +0000