Der Brief – die persönliche Einladung zur Feuerwehr

Eine persönliche Einladung der Bürgerinnen und Bürger eines Ortes zu einem Tag der offenen Tür / zum Feuerwehrdienst / zu einem Fest ist eine bewährte Methode der Nachwuchsgewinnung. Die Freiwillige Feuerwehr Cremlingen schickte uns einen ihrer Textentwürfe und fragte: Geht das so? Gute Texte zu formulieren ist recht zeitintensiv – nicht nur für Euch, auch für uns. Brieftexte – für womöglich tausende Ortsfeuerwehren – zu formulieren, ist kein klassischer Teil einer Imagekampagne des Landes Niedersachsen. Allerdings ist es hilfreich bei der Nachwuchsgewinnung und daher unterstützten wir die Kameradinnen und Kameraden in Cremlingen, indem wir bewusst allgemein gehaltene Hinweise bezüglich des Umfangs, der Formulierungen und der Ziele gaben. Von anderen Ortsfeuerwehren haben wir in Gesprächen erfahren, dass Briefe schreiben gar nicht so einfach ist. Vor diesem Hintergrund ist dieser Text entstanden, der eine Mischung aus Denkanstößen und Vorschlägen ist. Es gibt sicherlich noch weitere gute Tips.

Die Person, die die ehrenvolle Aufgabe erhalten hat, eine Einladung zu schreiben, sollte sich vorab folgende Fragen – vielleicht zusammen mit den anderen Kameradinnen und Kameraden beantworten. Dabei ist das Ziel, möglichst detailliert die Antworten zu finden.

  • Warum schreibe ich den Brief?
  • An wen geht der Brief?
  • Was will ich mitteilen?
  • Wie kann ich diesen Brief gestalten, dass er sich von anderer Wurfpost unterscheidet?

Dann können die ersten Textentwürfe geschrieben werden, in denen alles untergebracht werden kann, nach dem Motto: ‚was man noch zu sagen hätte‘. Die ersten Entwürfe sind vielleicht zwei Seiten Text, den kritisch betrachtet, kaum eine Person zu Ende liest. Dieser Text ist wertvoll, um zu markieren, was einem selbst wirklich wichtig ist und welche Formulierungen geändert werden sollten.

Danach sollte der Text durchgegangen werden mit der Fragestellung: Was ist für den Leser, der zum ersten Mal etwas von der Nachwuchssuche der Freiwilligen Feuerwehr hört, wichtig? Nun kann einiges gestrichen werden, zumal viel Inhalt für das persönliche Gespräch bewahrt werden kann.

Wichtige Botschaften

  • In Notsituationen helfen Euch wir Ehrenamtliche; Bürgerinnen und Bürger helfen Bürgerinnen und Bürgern.
  • Wir benötigen Verstärkung damit das weiterhin klappt.
  • Besucht uns! Ihr entscheidet ob es Euch gefällt. Ihr könnt alles Wichtige bei uns lernen.
  • Angabe von Termin, Ort und Ansprechpartner…

Warum wir Euch keine Textbausteine liefern…

Abgeschriebene Sätze lesen sich auch genau so. Standardisierte Briefe können sehr elegant formuliert sein, aber sie werden u.U. auf einen großen Ablagestapel gelegt. Dort soll die Einladung nicht hin.

Mit einem fremd geschriebenen Brief vermittelt Ihr etwas, was ihr nicht seid – die Authentizität fehlt. Eure Texte mit persönlicher Note führen dazu, dass der Leser bzw. die Leserin, wenn es gut läuft, schmunzelt oder nachdenkt. Daher werden wir von Ja zur Feuerwehr Euch keine Formulierungen anbieten.

Darauf solltet ihr bei den Formulierungen achten:

Das wichtigste sind der erste und der letzte Satz. Der erste Satz macht neugierig und entscheidet darüber, wie intensiv weiter gelesen wird. Der Letzte Satz ist der letzte Eindruck – und der bleibt hängen.

Sprachlich ist ‚würde‘‚ könnte‘ und ‚sollte‘ zu vermeiden, weil es unkonkret und unverbindlich wirkt.

Negativ-Formulierungen wie ‚sollten Sie keine Zeit haben…‘, ‚wenn es ihnen nicht gefällt…‘ oder ‚wenn nicht, freuen wir uns dennoch…‘ sollten vermieden werden.

Ansprechpartner

Wichtig ist, einen Ansprechpartner anzugeben. Das kann z.B. ein Vertreter / eine Vertreterin der Stadt / Gemeinde, die zuständig für die Sicherstellung des Brandschutzes ist, sein. Für die Unterschrift im Brief sollte das nach Möglichkeit eine Person sein, die auch an dem Tag vor Ort ist. Wer bei der Nachwuchsgewinnung vor Ort die Initiative ergreift und z.B. einlädt, ist nicht automatisch für Nachwuchsgewinnung zuständig. Eine Absprache zwischen Stadt / Gemeinde, Stadt-/ Gemeindebrandmeister und Ortsbrandmeister muss daher stattfinden.

Einen Schritt weiter gedacht: Für den Tag der Veranstaltung muss überlegt werden, wer die Gäste begrüßt. Weitere Personen sollten für den Tag explizit ansprechbar sein. Mit Unterstützung aus den eigenen Reihen, so genannten Mentoren, können neue Interessierte durch das Feuerwehrhaus viel individueller geführt werden und Fragen beantworten.

Zurück zur Freiwilligen Feuerwehr Cremlingen:

Zur Mitgliederwerbung hat die Freiwillige Feuerwehr Cremlingen einen Film gedreht, in dem es um die persönliche Geschichten der einzelnen Feuerwehrleute geht. Die Personen erzählen im Film, wie sie zur Feuerwehr kamen und was sie motiviert, dabei zu bleiben. Uns gefällt diese Idee gut. Beeindruckt waren wir von der offenen Schilderung der individuellen Situationen der einzelnen Feuerwehrleute. Dazu gehört Mut. Hut ab von unserer Seite! Dieser Film wird ein Einstieg in weitere Gespräche an dem Tag der Mitgliedergewinnung sein. Vor dem Hintergrund der Internetgewohnheiten ist aus unserer Sicht ratsam, eine Filmlänge von drei Minuten nicht zu überschreiten.

Viele andere Feuerwehren laden auch ein…

Wenn ihr gute Ideen für Veranstaltungen zur Nachwuchsgewinnung umgesetzt habt, würden wir uns freuen, wenn Ihr sie mit uns teilt. Schickt uns eine Mail, gerne mit Bildmaterial an: redaktion@feuerwehr.niedersachsen.de

Wir wünschen Euch gutes Gelingen bei der Nachwuchsarbeit.